Stress Management

Was ist Stress?

Per se ist Stress, ein Begriff der dem technischen Englisch (engl. Druck) entlehnt ist, neutral zu bewerten.

Als Stress bezeichnen wir aber inzwischen in der Regel einen Reiz, den wir als bedrohlich für unser physiologisches oder psychologisches Gleichgewicht empfinden. Die natürliche, evolutionär begründete Reaktion auf diesen Disstress ist Kampf oder Flucht.

Aus physiologischer Perspektive bedeutet das, dass die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenrinden (HPA)-Achse aktiviert wird. Es wird der Corticotropin-Releasing-Faktor (CRF) ausgeschüttet, was die Hirnanhangdrüse zur Produktion von ACTH und zur Abgabe in die Blutbahn anregt. In der Folge empfängt die Nebennierenrinde das Signal für die Kortisolfreisetzung, was der hormonellen Mobilmachung entspricht. Dabei wird das Kortisol durch Noradrenalin und Adrenalin aus dem sympathischen Nervensystem unterstützt. Zusammen ermöglichen sie dem Körper eine Kampf- oder Flucht-Reaktion. So weit, so sinnvoll.

Ist der menschliche Organismus aber dauerhaft mit Stress konfrontiert und wird permanent mit Stresshormonen überflutet, hat dies negative Folgen, die sich beispielsweise als Depression oder Erschöpfungszustand äußern.

Daher ist aktives Stressmanagement und eine Strategie das persönliche Ruhegleichgewicht zu erreichen von zentraler Bedeutung.

Wie funktioniert Stress Management?

Das Gefühl von Stress sowie seine Reduktion sind eng mit der Beschaffenheit des individuellen Bewertungskosmos verbunden. Letzterer speist sich unter anderem aus der Persönlichkeitsstruktur, der individuellen Lebenssituation und dem persönlichen Erfahrungsschatz speist.

Deswegen ist für ein erfolgreiches Stress Management auch die (Re-) Aktivierung der höchst individuellen Kraft- und Resilienzressourcen von zentraler Bedeutung.

Aufgrund eines zunehmend fremdbestimmten Lebenswandels bei permanent hohem Stresspegel kann der Zugang zu natürlichen Kraft- und Erholungsressorts allerdings leicht verloren gehen.

Um wieder effektive Stressbewältigungsstrategien zu entwickeln, ist es also zunächst notwendig, seine persönlichen Stressoren zu erkennen, allmählich aufzulösen und seine persönlichen Erholungs-Ressourcen erneut freizulegen. Hierfür ist häufig professionelle Hilfe von Nöten.

Nichtsdestotrotz finden Sie hier einige Inspirationen, um sich selbstbestimmt von Ihrem Stress zu lösen.

  • Beginnen Sie damit, ein unvoreingenommenes und vollkommen aufrichtiges Stress-Tagebuch zu führen. So können Sie sich über die Auslöser und Eigenschaften Ihrer gewichtigsten individuellen Stressoren im Klaren werden.
  • Hinterfragen Sie kritisch Ihre tägliche Zeitplanung. Schreiben Sie zum Beispiel auch eine Prioritätenliste und legen fest, welche Aufgaben sie delegieren können.
  • Lernen Sie nein zu sagen und ihre persönlichen Grenzen abzustecken.
  • Ärgern Sie sich nicht über Dinge, die nicht in ihrer Macht liegen (z.B. Stau) und üben Sie sich in Akzeptanz. Sie können ohnehin nichts an ihnen ändern. Nutzen Sie die frei gewordenen Kapazitäten für konstruktive, ihre Ressourcen aktivierende Gedanken.
  • Trennen Sie bewusst Arbeit und Freizeit. Sie müssen nicht immer und überall erreichbar sein (auch wenn Ihnen das vielleicht unglaublich erscheint).
  • Treiben Sie Sport oder integrieren Sie bewusst physische Aktivitäten in Ihren Lebensrhythmus. Physische Aktivität befördert nicht nur den Abbau überschüssiger Energie, sondern hilft auch Ihrem Kopf dabei, frei zu werden und sich zu erholen für neue Höhenflüge. Sollten Sie sich für wissenschaftliche Belege für die positive Wirkung von Sport auf die Stressverarbeitung interessieren, werden Sie einmal einen Blick auf meine Publikationsliste als Neurowissenschaftlerin.
  • Nutzen Sie anerkannte Stressreduktions- und Entspannungstechniken. Hierzu zählen beispielsweise Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training nach Schulz, Yoga, aber auch Massagen oder Hypnose.
  • Sorgen Sie für ausreichend lange Schlafzeiten. Dies wird nicht nur Ihre Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Im Schlaf regeneriert Ihr Körper und verarbeitet die während des Tages gesetzten Stimuli. 
  • Vermeiden Sie übermäßigen Konsum von Alkohol, Nikotin und Koffein, da diese Substanzen Ihren Organismus in zusätzlichen Stress versetzen.
  • Denken Sie positiv und nehmen Sie nicht alles zu ernst. Gelassenheit, eine positive Grundhaltung und Freude helfen ausgeglichener zu werden.

 

.

Stress Management